Aus und vorbei!?

Der Journalisten-Austausch Prag Dresden ist vorbei. Wir hoffen, dass alle Beteiligten interessante und nachhaltige Eindrücke hatten und wünschen uns, dass der Austausch im kommenden Jahr zwischen dem Tschechischen Journalistensyndikat und einem DJV-Landesverband fortgesetzt werden kann.
(kmh) 

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Deutsche Medien in den böhmischen Ländern

Das Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren kümmert sich um den Nachlass von Autoren, die in Prag und den böhmischen Ländern lebten und ihre literarischen Texte auf Deutsch verfasst haben. Darunter zählen nicht nur Kafka, Werfel und Brodt. Es gibt eine Fülle von Autoren und etwa Lenka Reinerová hat bis zu ihrem Tod 2008 in Prag gelebt und geschrieben.

Einen Überblick über das Werk und eine Zusammenfassung des derzeitigen Forschungsstands versucht das Handbuch der deutschen Literatur Prags und der Böhmischen Länder, das im November erscheinen soll. Am 7.11. stellten einige der Autoren Aspekte aus dem Buch vor, so etwa die deutsche Zeitungslandschaft in Böhmen und Mähren. Die Besucher konnten sogar durch Blätter aus dem 19. Jahrhundert blättern. Eine ganz andere Art, Zeitung zu machen, ohne Bilder, möglich platzsparend im Fließtext ohne größere Überschriften, oft stark tendenziös.

 

 

Impressionen aus dem Tschechischen Impressionimus

Ausstellungen in der Reithalle (Jízdárna) der Prager Burg sind in der Regel von nationaler Bedeutung und internationalem Niveau. Auch die derzeititige Schau ist herausragend. Sie gibt einen umfangreichen Überblick über tschechische Künstler, die im Stil des Impressionismus gemalt haben. Sehenswert ist die Ausstellung nicht nur wegen der Fülle an Kunstwerken, die zusammengetragen wurden, sondern auch weil die Besucher die Entwicklung des tschechischen Impressionimus mitverfolgen können.

Zunächst standen die tschechischen Maler stark unter dem Einfluss der französischen Vorreiter, nach und nach fanden sie ihren eigenen Stil und suchten die klassischen Motive in ihrer eigenen, der tschechischen Lebenswirklichkeit. Motor dieser Entwicklung war die nach dem Maler Josef Mánes benannte Vereinigung bildender Künstler Mánes.

Die Schau zeigt auch exemplarisch ein Bild von Monet. Im direkten Vergleich wird klar: Tschechische Impressionisten wie Václav Radimský und Antonín Slavíček stehen ihren französischen Kollegegen in Nichts nach.

Trotzdem gibt es auch Kritik an der aktuellen Ausstellung. Unter die alten Werke sind hier und da Werke moderner Künstler gehängt, die sich der Technik der Impressionisten bedienen. Das verwirrt. Diese Werke wären am Ende der Ausstellung besser aufgehoben gewesen, um den Einfluss der Impressionisten auf die heutige Kunst nachzuvollziehen.

Die Impressionisten verließen ihre Ateliers, gingen nach draußen, an den Ort des Geschehens, malten, was und wie sie es sahen. Damit sind sie dem Reporter gar nicht unähnlich. Nur dass Journalisten es dann zu Papier/auf Band bringen, nicht auf die Leinwand.

Honigkuchen

Der beste tschechische Kuchen: Medovník. Der Teig ist mit Honig gesüßt. Die hauchdünnen Schichten hält eine dicke Créme zusammen. Honigkuchen in allen möglichen Varianten haben in Böhmen und Mähren seit Jahrhunderten Tradition.

Medovník

Feuerspucker und Seifenblasen

In kalten Novembernächten halten auf dem Altstädter Ring Gaukler Passanten und Touristen bei Laune. Ein Foto, wie man die Häuserkulisse selten sieht.Seifenblasen

Samstags in Prag…

Jeden Samstag Morgen reihen sich am Moldaukai zwischen tanzendem Haus und Vyšehrad kleine, bunte Stände dicht an dicht aneinander. Der Bauernmarkt/Farmářský trh ist eine Institution geworden und jedes Mal kommen ein paar Händler hinzu. Angeboten werden Kaffee, Leckereien, Selbstgemachtes, Lebensmittel vom Erzeuger u.u.u. Gerade bei schönem Wetter steht nicht der Wochenendeinkauf im Vordergrund, sondern sich mit Freunden zu treffen, Kaffee oder Glühwein zu trinken, hier und da zu Naschen und Straßenmusikern zu lauschen. Heute hat die Band Brass Avenue (http://brassavenue.cz/) ordentlich eingeheizt und das eine oder andere Paar zum Tänzchen verführt.

Bei so viel guter Laune fällt auch das eine oder andere Bröcken ins Wasser und die Prager Schwäne haben den wöchentlichen Termin fest eingeplant.

 

Jazz in der Blechdose

Früher Kesselhaus für das Plattenbauviertel, heute Stadtteilzentrum. Das ist die Plechárna im Prager Stadtteil Černý most, frei übersetzt Blechbüchse. In der Halle, wo sonst Teenager auf dem Skateboard ihre Stunts einüben, gab heute der wohl bekannteste tschechische Flötist, Jiří Stivín seine Kunst zum Besten. Gemeinsam mit dem Gitaristen Jaroslav Šindler. Stivíns Markenzeichen ist die tief in die Augen gezogene Schlägermütze. Mit seiner etwas schnoddrigen Art genießt er bei den Tschechen Kultstatus. Neben seinem virtuosen, keineswegs klassischen Spiel auf verschiedensten Flöten (mitunter Marke Eigenbau), Saxofon und Klarinette unterhält er seine Zuhörer gern mit kleinen Showeinlagen und spontanen witzigen Reflexionen. Stivín tritt auch auf großen Bühnen, wie etwa der im Rudolfinum auf, aber am besten passt seine jazzige World-Music wohl in einen kleinen, gemütlichen Gewölbekeller unter der Prager Altstadt.Jiří Stivín und Jaroslav Šindler